Arbeitsrecht

Um die rechtlichen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geht es beim Arbeitsrecht. Das heißt, dass die rechtlichen Implikationen von Angestellten und deren Arbeitgeber behandelt werden, Selbständige, Beamte und Freiberufler jedoch nicht einbezogen sind. Das Arbeitsrecht ist international stark differenziert, wodurch es zu länderübergreifenden Regulierungen kommt. Innerhalb Deutschlands gilt immer noch das Arbeitsrecht der BRD neben dem der ehemaligen DDR, denn die Arbeitsverhältnisse des deutschen Ostens sind nicht vollständig aufgelöst, und je nach Vertragslage dauern die Regulierungen auch nach Eintritt in das Rentenalter an. In der europäischen Union gilt ein staatsübergreifendes Arbeitsrecht, das der Öffnung des Arbeitsmarktes innerhalb der EU gerecht werden soll. Dennoch haben die einzelnen Mitgliedsstaaten ihre eigenen rechtlichen Regulierungen.

Das Arbeitsrecht erschöpft sich nicht in den Normen und Regulierungen bezüglich des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern befasst sich auch mit den rechtlichen Belangen von Personalräten und Arbeitgeberverbänden. Daher ist die Differenzierung zwischen Individualarbeitsrecht und Kollektivarbeitsrecht notwendig. Das Arbeitsrecht hat eine lange Tradition, denn schon seit Menschen von anderen Menschen beschäftigt und für Tätigkeiten bezahlt werden, kommt es diesbezüglich zu Streitigkeiten. Während der Dienstvertrag im Römischen Recht nur eine untergeordnete Rolle spielte, war das Arbeitsrecht im Mittelalter Teil des Personenrechts. Jugendarbeitsschutz und Verbot von Kinderarbeit entwickelten sich beispielsweise in der Folge der Industrialisierung in Deutschland im 19. Jahrhundert. Differenzierte Regulierungen, die arbeitsrechtliche Belange vom Personenrecht trennten und sich mit dem kollektiven Arbeitsrecht befassen, entstanden in den Jahren um 1900 bis gegen Ende der Weimarer Republik. In der Zeit des Dritten Reiches gab es kein kollektives Arbeitsrecht, da dieses mit dem Führerprinzip unvereinbar war. Erst nach 1945 gab es mit der Zulassung von Gewerkschaften wieder ein Kollektivarbeitsrecht. Trotz langer Tradition ist das heute geltende Arbeitsrecht in Deutschland also noch relativ neu, und es ist beständigem Wandel unterworfen, denn es muss den immer wieder neuen Anforderungen des Arbeitsmarkts gerecht werden.

Eine einheitliche Kodifizierung des Arbeitsrechts gibt es derzeit in Deutschland nicht, die entsprechenden Gesetzestexte sind in vielen verschiedenen Quellen verteilt. So finden sich arbeitsrechtliche Regulierungen im Europarecht, aber auch in den verschiedenen Teilen des Deutschen Gesetzes (Bürgerliches Gesetzbuch, Grundgesetz und andere), in den Tarifverträgen et cetera.