Rechtsinformatik

Wenn es um Computer und Informatik geht, werden rechtswissenschaftliche Belange immer wichtiger. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in irgendeiner Firma, einem Internetdienst oder Sozialen Netzwerk der ein oder andere Skandal hinsichtlich Datenschutz, Datenverarbeitung oder ähnlichem bekannt wird. Die Medien sind voller mehr oder weniger haarsträubender Geschichten, und nicht nur der so schlagzeilenträchtige Datenschutz ist Thema der Rechtsinformatik.

Rechtsinformatik beschäftigt sich als interdisziplinärer Studiengang sowohl mit der Informatik (Computer und Programmieren) als auch mit den Rechtswissenschaften. Stark fachspezifische juristische Belange wie Datenschutzrecht, gewerblicher Rechtsschutz, E-Government, E-Justice und E-Taxation sind einige Forschungsbereiche der Rechtsinformatik. Diese lassen sich in weitere kleinere Fachgebiete unterteilen, so dass auch innerhalb der Rechtsinformatik eine starke Spezialisierung stattfinden kann. Ein Beispiel dafür ist der gewerbliche Rechtsschutz, der sich mit Urheberrecht, aber auch mit Softwarepatenten befasst. Obwohl es sich bei der Rechtsinformatik um eine fachübergreifende Disziplin handelt, wird der informationstechnische Bereich eher stiefmütterlich behandelt: Standardanwendungen ohne rechtsspezifische Implikationen werden vermittelt, mehr nicht. Allerdings ist das Studienfach inzwischen durchaus international geprägt und bietet viele Berufschancen im In- und Ausland.

Absolventen/-innen eines Studiums der Rechtsinformatik sind auf dem Gebiet der IT- und Telekommunikationstechnik tätig. Sie müssen sich beständig fortbilden, da die Entwicklungen auf dem Gebiet von Kommunikation und Recht ziemlich rasant sind. Das schließt zwar lebenslange Herausforderungen im Beruf mit ein, bedeutet aber auch andauernde Flexibilität und hohes Eigenengagement. Vor allem international tut sich ständig etwas auf dem Gebiet des IT-Rechts, sowohl im gewerblichen Bereich als auch für den privaten Anwender. Presse, Firmen und speziell Internetdienste benötigen immer mehr Rechtswissenschaftler, die sich auf die Bereiche Informatik, Informationsrecht, Urheberrecht et cetera spezialisiert haben. Dementsprechend breit gefächert ist das Berufsangebot in der freien Wirtschaft ebenso wie im behördlichen Sektor. Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen sind also durchaus lohnenswerte Fähigkeiten von angehenden Rechtsinformatikern, die den beruflichen Einstieg erleichtern können.