Rechtswissenschaft

Rechtswissenschaft ist die Wissenschaft, die sich - wie der Name schon sagt - mit der Auslegung von Recht und Gesetzestexten befasst. Eine andere Bezeichnung für Rechtswissenschaft ist Jurisprudenz, der sich von der lateinischen iuris prudentia ableitet. Die Rechtswissenschaft ist keine ungenaue Wissenschaft, sondern beruht auf der ausführlichen Beschäftigung mit der Entstehungsgeschichte und der Anwendung von Quellen rechtlicher Texte und Gesetze. Rechtsgeschichte, - philosophie, -soziologie und Rechtstheorie. Die genannten Gebiete sind alle Teil der Rechtswissenschaften und werden innerhalb eines rechtswissenschaftlichen Studiums ausführlich behandelt.

Die einzelnen Disziplinen der Rechtswissenschaften lassen sich in die beiden Gruppen der exegetischen Fächern mit der Rechtsdogmatik im Mittelpunkt und den nicht-exegetischen Fächern, die die genannten Disziplinen Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie et cetera beinhalten. In letzteren greifen die Rechtswissenschaften in benachbarte Wissenschaftsfelder über, nämlich in den Bereich der Geschichte, der Soziologie, der Philosophie und dergleichen. Im Universitätsstudium rangieren Rechtsphilosophie und die Kriminologie als empirisches Forschungsgebiet weit hinter anderen Disziplinen der Rechtswissenschaften. Teilgebiete der Jurisprudenz, die im Studienfach Rechtswissenschaften die einzelnen Module benennen, sind öffentliches Recht und Zivilrecht, Strafrecht und Prozessrecht. Diese lassen sich wiederum in kleinere Einheiten gliedern. Das Zivilrecht beispielsweise besteht aus den Gebieten Schuldrecht, Erbrecht, Familienrecht, Sachenrecht und anderen. Verwaltungsrecht, Verfassungsrecht und Staatskirchenrecht fallen dagegen unter das öffentliche Recht.

Die Ergreifung eines rechtswissenschaftlichen Berufes setzt in der Regel das Studium der Rechtswissenschaften, landläufig als Jurastudium bezeichnet, voraus. Das Studium ist selten als B. A./M. A.-Studiengang zu finden, in der Regel wird es immer noch mit dem Ersten und, nach einer Phase praktischer Erfahrungen, dem Zweiten Staatsexamen abgeschlossen. Mit einem abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaften stehen viele berufliche Möglichkeiten offen. Absolventen wollen klassischerweise den Beruf des Anwalts oder Richters ergreifen, aber das schaffen nur die besten Absolventen - denn zu viele Universitätsabsolventen im rechtswissenschaftlichen Bereich drängen auf den zwar wachsenden, aber dennoch begrenzten Arbeitsmarkt. Viel größere Chancen auf eine zufriedenstellende Anstellung finden Rechtswissenschaftler im journalistischen Bereich, in den Personal-, Rechts- und Presseabteilungen der Firmen sowie (in Kombination mit einem geisteswissenschaftlichen Studienfach) in vielen weiteren Tätigkeitsfeldern.